Von Antidepressiva ein für alle Mal wegkommen: Mit Aminosäuren und der richtigen Ernährung – ein Erfahrungsbericht und Ratgeber

Wenn man Antidepressiva nimmt, ergibt sich oft eine Spirale in der Dosierung. Einige Monate lang geht die verordnete Dosis gut, dann verliert sie ihre Wirkung und der Psychiater weiß nichts Besseres, als die Dosis heraufzusetzen. Da kann es ja nicht ausbleiben mit den Nebenwirkungen, oder mit einer Dramatisierung. Ich musste es am eigenen Leib, oder besser gesagt, am eigenen Verstand ausbaden, dass immer mehr Citalopram auf dem Rezept keine Lösung sind.

Ich wurde als manisch-depressiv klassifiziert. Wenn ich mir heute in Erinnerung rufe, wieviel ich an Citalopram einwarf, wundere ich mich über nichts mehr. Da würde jeder verrückt werden müssen. Und mit einer Lithiumtherapie erging es mir auch nicht besser.

Ich musste kein Einstein sein, um auf den Trichter zu kommen, dass diese Arzneien meinem langfristigen Wohlbefinden im Weg standen und keine Lösung sein konnten; ganz im Gegenteil. Diese Erkenntnis steht dir vielleicht noch bevor. Oder du triffst sie gerade. All denen, die über Ähnliches zu berichten wissen oder noch mitten drinstecken, kann ich schon mal die gute Nachricht geben, dass sie von den Antidepressiva wegkommen können – mit etwas Zielstrebigkeit und durch Befolgen meines Weges, den ich jetzt schildern möchte.

Richtig angepackt, wenn auch nicht schmerzfrei

Einfach das Citalopram absetzen war mir unmöglich. Ich musste dabei bleiben oder ich würde hinplumpsen wie ein Mehlsack. Ich musste weiterfunktionieren, irgendwie. Nach ein paar Versuchen in dieser Richtung war ich eines Besseren belehrt. Für den nächsten Versuch, diesmal mit etwas anderem, wollte ich warten, bis ich ein Zeitfenster hätte, in dem ich mich nicht zum gesellschaftlichen Funktionieren verpflichtet sah. In einer Urlaubszeit, genauer gesagt, von einigen Wochen Dauer.

Ich stopfte mich voll mit Aminosäuren, Vitaminen und einem Mix aus Hydrocodon und Paracetamol. Dann setzte ich mich hin um zu warten. Ich wartete gespannt auf die Wirkung dieses Cocktails.

Ich wurde krank. Aber nicht verstandesmäßig, diesmal. Es traf mich, als ob ich eine schwere Erkältung hätte oder mich ein Virus erwischt hätte. Ich spürte, ich betrat endlich Neuland. Es war Zeit zu handeln.

Dazu reduzierte ich versuchsweise meine Citalopram Tabletten um die Hälfte und hielt das drei Tage lang durch. Mutig geworden, setzte ich sie danach eigenmächtig ganz ab.
Währenddessen nahm ich Tryptophan zusammen mit Vitamin-B nach jedem Aufwachen, am Nachmittag dann Tyrosin und zum Schlafengehen wieder Tryptophan. Das sind beides Aminosäuren, frei erhältlich, ohne Rezept vom Doc.

Ich kann nicht sagen, dass es ein Spaziergang war. Ich hatte echt heftige Schmerzen. Immerhin entzog ich mir gleichzeitig eine psychisch höchst aktive Substanz und war dazu noch körperlich richtig krank. Aber das war mir in dem Moment gleichgültig. Zum Abtöten des Schmerzes griff ich dann und wann wieder zum Mix aus Hydrocodon und Paracetamol, aber zum Absetzen der Antidepressiva ist das nicht notwendig. Ich tat das nur wegen der Begleitumstände, wegen der Schmerzlinderung.

Drogenentzug war mir schon ein Begriff. Mir war klar, dass ich von was Neuem runterkommen müsste, wenn ich jetzt anfinge, täglich Hydrocodon und Paracetamol zu schlucken. Das vertrug sich ja nicht mit meinem Vorhaben, frei von Arzneimitteln zu werden und mich gut zu fühlen. Eine Abhängigkeit mit einer anderen zu ersetzen war keine Lösung.

Seltsame Tourerlebnisse

Während ich also auf Entzug vom Citalopram war, hatte ich richtig krasse Erlebnisse. Ich hatte Kopfkino und durchlebte nochmals frühere schmerzhafte Erinnerungen. Im Dunkeln hörte ich auf dem Bett liegend Musik und schwebte ab in psychodelische Gefilde, als wenn ich mich mit Halluzinogenen vollgestopft hätte. Ich spürte physische Schmerzen wo rational betrachtet keine Ursachen dafür waren – weder Messer, die schnitten; noch Nadeln, die stachen. Und doch schien mir das zu passieren. Ich wurde überempfindlich, in der Sensorik reizbar ohnegleichen. Hätte ich mich am Zeh gestoßen oder meinen Ellbogen irgendwo anecken lassen – das wäre viel heftiger gewesen als meine durchlebte Sensibilität im Mikrobereich. Das ist, wie wenn man einen Input-Regler auf Maximum stellt. Der Vergleich mit Elektronik ist gar nicht so falsch. Ich bekam in meiner Übersensibilität sowas wie Stromstöße verpasst. Ich dachte, das bekommen nur Leute, die von Paroxetin runterzukommen versuchen. Man spricht da von ‚Brain Zaps‘, die vom Kopf blitzartig den Körper hinunterzuckend verspürt werden.

Bei mir war das so, dass ich herumlaufen konnte oder in den Schlaf hinübergleiten konnte und dabei eine seltsame Empfindung von kleinen elektrischen Schlägen hatte, die eigentlich Schaden verursachen müssten – aber natürlich nicht taten, da sie ja nicht ‚echt‘ waren. Ich könnte beschwören, ich war daraufhin für einen Sekundenbruchteil bewusstlos, wie bei einem momentanen Anfall. Das konnte sogar vom Gehirn in einen anderen Bereich des Körpers abwandern. Nicht wirklich schmerzhaft, eher verstörend durch dieses Gefühl, etwas Unnatürliches zu erleben. So stellt man sich vor, wie es sein würde, mit einem Arm durch eine Anomalie in ein Paralleluniversum hinüberzugreifen.

Alles in allem war es recht heftig, von Citalopram herunterzukommen. Die Erinnerungen an den Prozess während des Absetzens meiner Antidepressiva werden mich nie ganz verlassen. Besonders die ersten beiden Wochen möchte ich niemandem zumuten, danach sah ich einen Hoffnungshorizont, auf den ich hinarbeiten konnte. Klar, ich fühlte mich auch dann nicht gut. Aber es ging mir doch zumindest besser als zuvor und der Trend aufwärts war erkennbar und motivierte. Nach eineinhalb Monaten war es überstanden – bis auf den einen oder anderen verspäteten ‚Brain Zap‘, als Echo während zweier Monate. Mein Hirn hatte wohl noch nicht bis in den letzten Winkel begriffen, dass es vorbei war. Fast begann ich sie zu vermissen, denn an diesen mystischen Sekundenbruchteilen konnte man einen bizarren Gefallen finden. Nun endlich war ich meine Antidepressiva losgeworden und die Depressionen dazu. Das war das Wichtigste. Was konnte man sich mehr wünschen?
Ob du das nachmachen kannst?

Aber sicher. Das ist reproduzierbar. Und das ist auch der Grund, weshalb ich das hier so detailliert erzähle. Ich war annähernd 2 Jahre auf Antidepressiva. Solltest du sie seit längerem nehmen und dazu eine hohe Dosis davon, wirst du wohl länger brauchen, um davon frei zu werden. Ich würde empfehlen, es zusammen mit einem Arzt zu versuchen, der dich dabei begleiten möchte.

Solltest du dich nicht aus der Berufswelt für einige Monate verabschieden können, um die nötige Abgeschiedenheit und Ruhe dafür zu haben, und wenn du keinen Arzt kennst, der derweilen an deiner Seite bleiben möchte, möchte ich dich trotzdem zur Beachtung meines Leitfadens ermuntern. Sei vorsichtig, höre auf die Signale deines Körpers und nimm wieder die Antidepressiva, wenn die Lage zu beklemmend wird. Dann kannst du immer noch ein ander Mal den Neuversuch starten. Ich stieg gleich in die Vollen, weil ich freikommen wollte. Das ist nicht jedermanns Sache, in dieser Radikalität. Darum kann ich meine Vorgehensweise nicht jedem empfehlen, aber doch wenigstens zu sachterer Methodik ermuntern.

Passe den richtigen Moment ab, um den Selbstversuch zu beginnen

Dafür muss man schon Zeit und Muße haben; sich konzentrieren können. Also nichts für dich, falls du gerade im Job positiv auffallen möchtest und auf eine Beförderung hoffst. So kannst du nicht auf die Hochzeit deiner Schwester gehen und wenn in deinem Haushalt gerade die Geburt deines Kindes ansteht, ist das auch der falsche Moment, um Antidepressiva auf die geschilderte Weise loszuwerden.

Du möchtest ja nicht in der mentalen Überforderung deinen Verstand verlieren. Du brauchst die richtige Umgebung, um dich auf diese Reise zu begeben. Verantwortung, Ablenkung und Anspannung vertragen sich damit nicht. Dann wartest du eben und nimmst weiter deine Antidepressiva, bis der passende Moment gekommen sein wird, wo du dich entspannen kannst.

Während des Absetzens kannst du halluzinieren, darauf musst du vorbereitet sein. Bei mir war es so, dass ich ohnehin wusste, dass ich wegen meiner Grippe angeschlagen dahinvegetieren würde. Das half mir den Termin zu setzen. Da war nichts zu verpassen. Wenn du nicht gesundheitlich angeschlagen bist, wird es dir leichter fallen als mir. Dann sag einfach jedem, dass du für zwei Wochen eine Auszeit nimmst und in Ruhe gelassen werden willst. Die richtig geplanten, begünstigenden Umstände für das Absetzen von Antidepressiva sind Gold wert.

TIPP: Eine gute Methode zum Verringern der Dosis und Absetzen des Antidepressivums ist das portionsweise Zurückfahren des Medikaments, indem man die verordnete Dosis in einem Wasserfläschchen passender Größe auflöst. Dieser Tipp funktioniert allerdings nicht mit Tabletten, die mit einem Film umschichtet sind, der sich erst allmählich im Magen auflösen soll und langsam die Wirkstoffe der Tablette freigibt. Die Methode funktioniert nur mit rein wasserlöslichen Tabletten ohne diesen Schutzfilm. Mit der resultierenden Flüssigkeit samt Medikament erhält man etwas, was man quantitativ einteilen kann, etwa in 10 ml-Schritten. Dazu kann man sich Markierungen auf dem Fläschchen machen. Wenn zum Beispiel eine 5 mg Tablette in 50 ml Wasser aufgelöst wird, erhält man nach guter Durchmischung 1 mg Medikament pro 10 ml Flüssigkeit. Jetzt kann man dosieren, indem man an einem Tag nur 45 oder 40 ml dieser Lösung einnimmt, dann am nächsten Tag 35 ml und so weiter. Die Einteilungen können so fein vorgenommen werden wie nötig. So werden die Entzugserscheinungen durch sehr gemächliche Abnahme der Medikamentation verringert.

Bleibe gesund und werde die Antidepressiva los durch die richtigen Aminosäuren

Hol dir alle Informationen zu Aminosäuren, die du kriegen kannst, und studiere ihre Wirkung auf das Gehirn. Hier auf dieser Seite bist du schon richtig. Lies durch die Blogartikel und nehme Kontakt auf, wenn es Fragen gibt. Das sollen ja hier keine Selbstgespräche werden. Auf dem Büchermarkt und im Netz wirst du Erfahrungsberichte von Betroffenen wie mir finden.

Was du wissen musst, ist, dass nicht alle Leute gleich auf Aminosäuren reagieren, oder diese unterschiedlich wirken. Bei den meisten Leuten wird 5-Hydroxytryptophan, kurz 5-HTP, besser wirken, während ich mehr auf L-Tryptophan anspringe. Auf dem Weg zum Produzieren von körpereigenem Serotonin nimmt 5-HTP gewissermaßen eine Abkürzung.

Die Ernährungstherapeuten beginnen gewöhnlich damit, aber wenn das nicht funktionieren will, mache nicht den Fehler ganz hinzuwerfen. Dann versuchst du es eben mit einem anderen Aminosäuren-Produkt. Das erwähnte L-Tryptophan etwa ist auch natürlich in unseren Hirnen vorhanden und schafft dort Serotonin. Allerdings erst, nachdem Vitamin B-3 es in 5-HTP umgewandelt hatte, welches wiederum zusammen mit Vitamin B-6 das Serotonin herstellt. Die Aminosäuren treten zueinander in eine Konkurrenzsituation. Der Magen sollte daher leer sein, wenn du welche einnimmst. Du kannst dabei keine anderen Aminosäuren bei der Arbeit brauchen, darum nimmst du das Mittel auf nüchternen Magen ein, höchstens nach einem einleitenden Glas Wasser am Morgen. Erst eine halbe Stunde später, nachdem ich mein L-Tryptophan zusammen mit den Vitamin B Präparaten genommen hatte, setzte ich mich an den Frühstückstisch.

Unser Hirn nutzt Tyrosin, um daraus Dopamin und Noradrenalin zu bauen, also das, was so gern ‚Glückshormon‘ und ‚Stresshormon‘ genannt wird. Bei mir war es so, dass Tyrosin nicht so positiv wirkte, sondern L-Phenylalanin, weswegen ich auf dieses setzte. Das Thema, welche Aminosäuren bei wem wie wirken, während die Antidepressiva abgeschafft werden, ist wirklich ein Thema für sich und soll Gegenstand weiterer Erörterungen werden, an gesonderter Stelle.

 

Art des Antidepressivums => Wahl der Aminosäure

Welches Antidepressivum du nimmst, wird darüber entscheiden, zu welcher Aminosäure du greifst, um bestimmte (d.h. dieselben) Nervenrezeptoren zu erreichen.
‚Serotonin-Wiederaufnahmehemmer‘ (SSRI) zielen auf Serotonin ab. Also solltest du zu 5-HTP oder Tryptophan greifen, wenn du SSRI als Antidepressiva konsumieren musstest. Nimmst du dagegen Mittel gegen atypische Psychosen, SNRI oder ‚Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer‘, gilt dein Griff Tyrosin, DLPA (DL-Phenylalanin) oder L-Phenylalanin – optional zusammen mit vorgenannten 5-HTP oder Tryptophan. Hier werden die Norepinephrin-Rezeptoren des Gehirns angesprochen. Darüberhinaus können damit Neurotransmitter zurück zur normale Funktionsweise gebracht werden.

Zählen wir auf:

Die verbreiteten SSRI wären Citalopram, Escitalopram, Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetin und Sertralin.

Gebräuchliche SNRI wären: Venlafaxin, Desvenlafaxin und Duloxetin.

Antidepressiva gegen atyptische Psychosen wären: Bupropion, Trazodon, Mirtazapin und Nefazodon.

Du suchst dir jeweils das passende Aminosäuren-Produkt zu deinem verordneten Antidepressivum und welche Neurotransmitter damit angesprochen werden sollen.
Bringe Körper und Geist wieder in Form – aber richtig

Es gibt ja immer einen Grund dafür, depressiv zu werden. Die meisten Leute, die darüber diskutieren, ob es möglich wäre Depressionen zu besiegen, sind sich nicht im Klaren über die Ursachen und dass daran gearbeitet werden sollte. Immerhin erhält man sonst einen Teufelskreis, der nicht durchbrochen wird, so lange die Ursachen bestehen bleiben. Man wird depressiv, weil man sich nicht im Griff hat. Das Depressiv-Sein wiederum erzeugt noch mehr Verwahrlosung seiner selbst. Und ähnliche Zusammenhänge mehr.
Aus solchen Teufelskreisen muss man rauskommen. Ein Blick auf die Ernährungsweise lohnt sich auch. Wenn man auf die ‚Low-Fat‘ Diäten gesetzt hatte und depressiv wurde, wird es Zeit, umzuschwenken und genug gesunde Fette zu sich zu nehmen.

Nahrungsmittel wie Lachs, Weiden-Rindfleisch, Avocado, Fischöl, Kokosöl, Butter usw – sie alle machen unser Hirn glücklich, ob wir das ideologisch kritisieren möchten oder nicht.

Wieso das so ist? Weil unsere Hirnmasse größtenteils aus Fettsäuren aufgebaut ist. Du isst also unverarbeitete, vollwertige Nahrungsmittel. Dein Check sollte sich auch mit Nahrungsmittel-Allergien beschäftigen. Ich für meinen Teil stellte um auf glutenfreu und erlebte damit eine drastische Verringerung meiner Symptome.

Zucker und Pflanzenöle solltest du abschaffen. Zucker setzt generell deinem Wohlbefinden zu und entzieht dir Vitamin B und Nährstoffe. Rapsöl enthält zu viele Omega-6 Fette und fördert Entzündungen; beides kann Depressionen fördern.

Über Ernährung musst du dich unbedingt aufklären und fortbilden, statt blindlings zuzuschlagen. Du setzt auf echte Butter, Kokosöl und alle Nahrung, die deinem Hirn nützen. Zucker und allen Fertiggerichten gehst du aus dem Weg. Schau dich um nach unbehandelten Gemüsearten, die kaum noch zu finden sind außerhalb des ökologischen Fachhandels und sonst beim Bio-Bauern. Davon solltest du so viel zu dir nehmen, wie du kannst. Kommst du nicht genug ins Sonnenlicht, nimmst du Vitamin D, um zu kompensieren

Das menschliche Gehirn besteht zu 60 Prozent aus Fett. Entsprechend wichtig ist die regelmäßige Zufuhr von hochwertigen Ölen und Fetten. Entgegen vieler Annahmen gehört Butter (von Kühen aus Weidehaltung) zu den besten Quellen.

Ist der Start mit der Diät gelungen, wird es Zeit, sich mit Fitnessübungen zu beschäftigen. Während du runter kommst von den Antidepressiva, ist freilich daran noch nicht intensiv zu denken, aber ein kurzer Lauf an der frischen Luft oder ein Spaziergang im Sonnenlicht sind nie verkehrt, kosten nichts und tragen zum Gesamterfolg bei.

Bei Motivationsschwierigkeiten zum Hinausgehen sagst du dir, dass du nur auf zwei Minuten rausgehst und dann wieder reinkommst. Bist du erst draußen und die zwei Minuten sind vorbei, kannst du noch zwei Minuten anhängen usw und dich so daran gewöhnen. Ansonsten erfüllst du dir eben deinen Wunsch und kehrst zurück. Das sind so Methoden, um sich häppchenweise und mit kleinen Tricks zu gesünderer Lebensweise umzuerziehen. Sie sind auf viele Bequemlichkeiten und kleinen Laster anwendbar. Das mögen nur kleine Schritte sein, aber sie summieren sich und am Ende ist die große Umstellung geschafft und du bist für den Rest deines Lebens zufrieden mit der Umstellung.

Umsetzen!

Du bereitest dich auf das Projekt vor, richtest es so ein, dass die besten Freunde auf Abruf bereitstehen um dir zu helfen, und legst los. Mit diesem Zusammenspiel aus einer Versorgung mit (passenden) Aminosäure-Präparaten, gesunder Ernährung, leichten Fitnessübungen und einem sozialen Unterstützungsnetzwerk schaffst du es durch die schmerzvolle Periode und tauchst auf der anderen Seite des Tunnels gesünder und zufriedener wieder auf.

Wenn du all das befolgst, was hier beschrieben wurde, und findest es nicht funktionierend, kannst du noch ein anderes Problem haben wie etwa das so genannte ‚Leaky Gut‘ Syndrom LGS, auch genannt ‚Durchlässiger Darm‘. Studium der Symptome und Informationssuche sind alles. Ein Arzt mag über Tests näheres herausfinden und fachlich untermauern.

Ich für meinen Teil litt auch unter Schlaflosigkeit und es gelang mir, dieser mit einer Korrektur meines in diesem Zusammenhang entdeckten Magnesium-Mangels abzuhelfen. Wenn etwa die Nebennierenfunktion nachlässt, bringt Abhilfe zu diesem lokalen Problem dir die Energie zurück. Da gibt es eine Menge verbreiteter Probleme, nach denen kein Allgemeinarzt oder Psychiater je fragt, sondern sich stattdessen erkundigt, welche wirkungsvolle Medizin du gern nehmen würdest.

Wirkliches Gesundwerden ist möglich. Dummerweise ist die Trial-and-Error Methode beim Umgang mit Depressionen extrem schmerzhaft und auch gefährlich. Wenn man nicht voll da ist oder in Agonie, kann man schlecht auf ein Ziel hinarbeitende Erkenntnisse gewinnen. Zum Beispiel kann man glutenhaltige Lebensmittel verzehren und dagegen leicht allergisch sein, ohne es zu wissen. Man ist eigentlich gesund, aber dann doch wieder nicht, und man weiß nicht wo der Hebel anzusetzen ist, wie Bedürfnisse mit anderen abzustimmen sind und wo die Priorität sitzt. Wo sich also ein Zipfelchen Klarheit bietet, greift man danach – ansonsten sucht man weiter, bis alle Puzzleteile beisammen sind. Dann heißt es eisern umgewöhnen und durchhalten. Zeigt sich keine Verbesserung der Befindlichkeit, kann man immer noch zurückrudern.

Bleiben wir aber beim Hauptziel; und das lautet, die Antidepressiva absetzen.
Allein in Deutschland gibt es Tausende von Menschen, die kaum mehr in der Lage sind, ihre alltäglichen Aufgaben zu bewältigen. Die Hauptgründe dafür sind eine getrübte Grundstimmung, eine pathologische Lustlosigkeit sowie die soziale Abschirmung, welche die depressiven Menschen immer stärker in die Isolation treibt. Die Betroffenen sind oft nicht in der Lage, sich selbst zu helfen, um einer depressiven Phase zu entfliehen und wieder Spaß am Leben zu haben. Selbst die Aussicht, mit professioneller Hilfe die mentale Krankheit überwinden zu können, stellt für viele Depressive keinen Grund dar, um sich einem Psychologen anzuvertrauen.

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Antidepressiva absetzen – Meine Erfahrungen

Sag Goodbye zu Antidepressiva

Es kommt für jeden Menschen der Moment, sich zu entscheiden, ins kalte Wasser zu springen oder weiter in seinem mitunter warmen, aber oppressiven und aussichtslosen Gefängnis zu bleiben. Das keine Gitterstäbe und keine Stahltür besitzt, sondern nur in unserem Kopf existiert, uns aber gegen alle Menschenrechtskonventionen nach Belieben foltern darf. Das ist schlimm genug. Es braucht nicht mehr als unseren Kopf und sein Innenleben, um uns (selbst) zu quälen. Gitter und Stahltüren werden dazu nicht gebraucht. Aber es liegt an uns, ob wir dort gefangen bleiben. Wir können uns selbst befreien, im Gegensatz zu einem richtigen Gefängnis ist das gar nicht so schwer, wenn man weiß wie und wenn man entschlossen genug dazu ist.

Eines Tages sprang ich in dieses kalte Wasser und befreite mich von den Antidepressiva, die ich bis dahin genommen hatte. Aber hallo, sagst du jetzt; und wie das? Langsam. Ich komme auf alles zu sprechen. Wie du dir denken könnt, ist es nicht einfach ein Sprung vom Drei-Meter-Brett im Schwimmbad, sondern, um im Bild zu bleiben, ich trug Bleistiefel und war gefesselt. Ganz ohne Kampf geht es nicht ab. Es geht nicht allein darum, dass das Wasser durch Kühle schockt, sondern du hast zu kämpfen gegen deine Handicaps. Das will ich hier nachzeichnen, vielleicht nützt es jemandem.

Da gibt es verschiedene Arten von Depression und, dazu passend, verschiedene Sorten von dagegen abzielenden Antidepressiva. In meinem Fall geschah der Kampf im kalten Wasser gegen SSRI (die Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) und darum galt es bei mir die Citalopram Medikamentation abzusetzen. Denn ich befand mich in der Spirale, immer mehr davon zu brauchen. Der Arzt erhöhte die Dosis, wenn ich mich über die ausbleibende Wirkung der früheren Dosis beschwerte. Jeder Idiot kann sich denken, dass das eine unheilvolle Entwicklung sein muss. Immer höhere Dosis muss mehr Drama bedeuten. Vor allem, wenn man davon weg muss. Auch, weil man nicht als herumtappender Zombie enden möchte.

Bei anderen psychischen Befunden und der Medikamentation dagegen mag es anders verlaufen als bei mir, ich erhebe natürlich keinen Anspruch darauf, für alle Varianten ein Exempel zu geben. Die ist eine höchst persönliche Sache, die von vielen Einflüssen abhängt, nicht zuletzt von der Persönlichkeit des Menschen, der damit umgeht – und *wie* er damit umgeht.

Der Job darf davon nichts merken

Wer bin ich? Einfach jemand, der als namenloser Angestellter bei einem ungenannten Konzern arbeitet und, während der Druck ausgeübt wird ‚effektiv‘ zu funktionieren, in eine große Sinnkrise gerät, die ihn ins Strudeln bringt. Was noch dabei eine Schlüsselrolle ausübte, ganz im Geheimen, wird man nach Lesen dieses Berichts wissen. Ich will hier nicht vorgreifen. Der Befund vom Psychiater lautete für mich ‚manisch-depressiv‘, was alles andere als exotisch ist; es ist weit verbreitet. Wird auch als bipolare Störung bezeichnet. Die Begriffe sind mir wurst und jeder mag es nennen, wie er will. Ich werde nicht genauer auf den Werdegang der Erkrankung eingehen, denn dieser Bericht soll das Loslösen von der Medikamentation, das eigenverantwortliche Absetzen von Antidepressiva schildern. Zumal nach meiner späteren Erkenntnis der Psychiater nicht die wahre Ursache, oder was zumindest mitspielte, erkannte.

Mir war es bis dahin ganz gut gelungen, meine Krankheitsgeschichte von der Arbeit fernzuhalten. Da sollte nun natürlich auch nichts von meinem Entzug bekannt werden. Aber wie könnte ich das Experiment geheimhalten? Es war ja nicht ausgeschlossen, dass etwas schiefging und ich verhaltensauffällig am Arbeitsplatz würde. Meine Güte, was hatte ich Sorge, dass das geschehen könnte! Was ich tat, um das elegant zu lösen, war, einfach auf eine andere Krankheit zu warten, weshalb ich mich krankschreiben lassen konnte. Eine Grippewelle kam mir da recht. Wenn ich schon zwei oder drei Wochen zuhause war, könnte ich versuchen, das Citalopram abzusetzen, ohne dass jemand Wind davon bekäme. Ich beschloss auch meine Ärzte nicht einzuweihen, weder den Psychiater noch den Hausarzt, was ich niemandem nachempfehlen möchte. Einfach, weil ich für eure Stories nicht die Verantwortung übernehmen könnte. Dies ist eine subjektive Geschichte und erhebt nicht den Anspruch, als Muster fürs Nachahmen zu dienen. Wer sich davon inspirieren lässt, tut das auf eigene Gefahr. Muss ja schon solche Legal Disclaimers einflechten, um nicht in Teufels Küche zu geraten, wenn jemand Mist baut und sich auf meine Schilderungen beruft.

Ich war entschlossen, die Krankschreibung, die mir der Hausarzt auf mein Drängen großzügig auslegte, zu einem Großreinemachen in meinem Kopf auszunutzen. Die Frage war, ob ich das Citalopram stufenweise reduzieren sollte oder gleich ganz absetzen. Es gibt ja im Internet nur Stimmen, die zum allmählichen Herausschleichen animieren. Ich sah aber auf die Uhr und den Kalender und fürchtete, zum Endpunkt meiner Krankschreibung nicht fortgeschritten genug zu sein und angeschlagen an meinem Arbeitsplatz erscheinen zu müssen. Also alles oder nichts? Nicht ganz. Ein Rest an Vorsicht in mir nötigte mich zu einem Versuch, von dem ich mich immer noch zurückziehen könnte, wenn es eng würde. Der Kompromiss sah so aus, zu Anfang die Tablettendosis schlagartig zu halbieren und zu sehen, ob ich es aushalten könnte oder nicht. Zu meiner Überraschung klappte das auch. Auf diese Erfahrung hin setzte ich das Antidepressivum ganz ab.

Wegen der Grippe nahm ich Aminosäuren: Tryptophan und Tyrosin, dazu Vitamin B Konzentrat. Ich wusste es da noch nicht, aber damit hatte ich zufällig genau das getroffen, was mir gegen den Citalopram-Entzug helfen würde. Ich darf mich also bei meiner Grippe für die Erkenntnis bedanken, die zu diesem Erlebnis, zu meinem Freiwerden von Antidepressiva und zu guter Letzt zu diesem Bericht führte. Und zu einigen neuen, wichigen Einsichten.

Antidepressiva absetzen: Kein Kinderspiel

Damit kein falscher Eindruck entsteht: ich hatte mein Quantum an Schmerzen im Prozess der Blitzentwöhnung durchzustehen. Ich kann und will das nicht in rosaroten Farben malen und verharmlosen. Ganz klar differenzieren zwischen den Auswirkungen der Grippe und den Entzugserscheinungen kann ich nicht, wegen der Gleichzeitigkeit der beiden Vorkommnisse. Grippe ist aber nicht gerade bekannt für psychodelische Erlebnisse, weshalb ich glaube, ganz gut differenzieren zu können. Ich griff wegen der Schmerzen begleitend noch zu Paracetamol; sollte ich nicht verschweigen. Aber das nützte nicht viel.

Ich hatte ja erwartet, dass die Gemütsschwankungen, weshalb ich als Manisch-Depressiver überhaupt in die Antidepressiva-Falle gestolpert war, zurückkommen würden. Aber sie waren überraschenderweise viel geringer als ich sie aus meiner Zeit vor der Verschreibung her kannte. Ich kam nicht gleich auf den Trichter, dass dies mit den Aminosäuren (besagten Tryptophan und Typrosin) zu tun hatte, die ich ja nicht wegen der befürchteten Depressionen eingenommen hatte, sondern wegen der Kurierung der zeitgleichen Grippe.

Die Schwankungen blieben also größtenteils aus, dafür hatte ich extreme Schwindelgefühle, das Herz begann zu rasen und es kam zu Anwandlungen von Aggressivität. Die Kopfschmerzen waren ja noch erträglich (halte ich dem Paracetamol zugute). Die Übelkeit ist etwas, wo man durch muss. Ich liess es nicht zu, dass ich mich übergab, denn damit würde ich auch wieder die Dinge auswerfen, die ich eingenommen hatte. Mit leerem Magen wollte ich das nicht durchmachen. Und ja, auch die Brainzaps hatte ich zu fühlen. Zeitweise kam ich mir vor wie unter bewusstseinsverändernden Substanzen. Mein Körper gab mir faktisch falsche Signale: wo Schnitte und Stiche auftreten würden, die doch Illusion waren. Irgendwie war meine Empfindlichkeit gnadenlos hochgefahren auf äußerste Pegel. Das heisst, ich bekam Dinge als dramatisch mit, die eigentlich Bagatellen waren und im Normalzustand unter einer Wahrnehmungsschwelle geblieben wären.

Zeitweise war es unwirklich und ich bekam ein Gefühl davon, wie es ist, eine mystische Erfahrung zu machen. Trotzdem nichts, was ich als Dauerzustand haben wollte. Als es abklang, war ich um diese Erfahrung reicher; so interessant sie auch war,  ich war auch froh, als sie vorbei war. Ich stelle mir vor, dass man in Gefahr ist abzudrehen, wenn man ständig paranormale Zustände durchmacht.

Nach zwei Wochen war das Schlimmste überstanden, denn nun hatte ich das, was man ‚Licht am Horizont‘ nennt, bemerkt. Etwas, auf das man zulaufen kann. Hinarbeiten. Durchhalten. Ein Bezugspunkt, der wieder zeitliches Empfinden zulässt. „Noch soundso viele Tage, dann muss es überstanden sein,“ denkt man dann. Die Brainzaps, also Blitze vom Kopf abwärts, hatte ich später noch, aber immer seltener. Damit kann man auch zurückkehren zur Arbeit, ohne dass jemand anderer es bemerken muss. Fast hatte ich über meiner Freude, den Entzug von meinen Antidepressiva geschafft zu haben, die Betrachtung der Rolle vergessen, die die eingenommenen Aminosäuren gespielt hatten. Diese hatten nämlich die Hauptarbeit geleistet – nicht geplant, aber als glücklicher Zufall zugespielt.

Möglicherweise ist von Bedeutung, wie lange man Antidepressiva genommen hatte und in welcher Höhe die verordnete Dosis angelangt war, was die Erfolgsaussichten wie die Dramatik eines Absetzens angeht. Wie gesagt, dies hier ist eine subjektive Erfahrung, die keinen Anspruch erhebt allgemeingültig zu sein. Beim einen läuft es so und beim anderen so. Die meisten Leute werden nicht so mutig sein, sondern die Begleitung durch den Arzt wünschen. Bitte sehr. Ich möchte niemanden davon abhalten. Mein Weg ist das nicht.

Mindestplanung

Den passenden Moment für das Experiment zu bestimmen scheint mir da die wichtigere Frage zu sein. Denn das Absetzen von Antidepressiva darf nicht kollidieren mit anderen Dingen wichtiger Art, vor allem dem Erwerbsleben und der Familie, wenn man denn eine hat, oder dem sozialen Umfeld, um allgemeiner zu sprechen. Wer dieses einweihen kann, ist glücklich zu schätzen, wenn er darüber während der Phase des Entzugs Unterstützung erfahren kann. Die Freunde oder Verwandten können dich dann mit allem versorgen, was du brauchst, während du dich auf dich selbst konzentrieren kannst. Sie können auch einschreiten, wenn du zu weit gehen und in eine Notsituation geraten solltest.

Mein Absetzen der Medikamentation mag vielen zu radikal sein. Da habe ich noch eine andere Empfehlung, die ich irgendwo aufgeschnappt habe. Das klappt aber nur mit wasserlöslichen Tabletten ohne Schutzfilm, wie er für die Magensäfte gedacht ist. Nach diesem Tipp löst man die Tabletten in einer genau bemessenen Anzahl Mikrolitern (Messglas verwenden) und nimmt Kürzungen an der Flüssigkeitsmenge der Lösung vor, wie man es geboten sieht, ehe man sie trinkt. So kann mit dem Wasser auch die gelöste Menge des Medikaments ganz genau dosiert werden und folglich reduziert werden.

Was die Wahl der Aminosäure angeht, die man einsetzt, um Antidepressiva zu ersetzen, so musst du beachten, dass es genau so, wie es unterschiedliche Antidepressiva gibt, auch verschiedene Aminosäuren gibt. Sie stehen in Korelation zueinander. Wie ich erwähnt hatte, galt es in meinem Fall gegen SSRI oder Serotonin-Wiederaufnahmehemmer vorzugehen, wozu Tryptophan oder 5-HTP das richtige Mittel ist.

Anders läuft das, wenn du SNRI zu ersetzen hast oder Mittel gegen atypische Psychosen. Dann wäre die Wahl Tyrosin oder etwas aus der Phenylalanin-Familie.

Glücklicherweise bietet der Markt etliche Aminosäuren-Präparate, so dass du dich für deinen Fall zielgerecht ausstatten kannst. Ungesund? Nebenwirkungen? Ich glaube nicht, dass die Einnahme irgendwelche negativen Einflüsse haben könnte.

 

Und die Ernährung?

Daran müssen wir natürlich auch basteln. Depressiv wird man aus verschiedenen Gründen. Nach meiner Meinung ist die falsche Ernährungsweise eine der Gründe; dann nämlich, wenn wir uns Fettsäuren verweigern, die doch eigentlich von unserem Gehirn gebraucht werden. Du kannst auf den Low-Fat Zug aufgesprungen sein und dich auf Diäten umgestellt haben. Ob es dich glücklich gemacht hat? Eher das Gegenteil. Es mag nicht politisch korrekt sein, aber du brauchst Nahrungsmittel mit Fettsäuren. Verzichten können wir dagegen auf Zucker und Pflanzenöl. Tiefgekühlte Fertigkost und solcherlei mehr ist dubios, du greifst besser zu unverarbeiteten Gemüsen und Früchten vom Bauern oder Wochenmarkt. Es müsste dann wohl schon ein Bio-Bauer sein, muss ich wohl dazusagen. Vitamin B und Vitamin D sind unverzichtbar.

Tiefkühlpizza geht schnell und sättigt. Allerdings begünstigt industriell gefertigte Nahrung Depressionen und andere Krankheiten.

Wogegen alle Aminosäuren nichts auszurichten vermögen, ist ein Befund, der als das LGS Syndrom bekannt ist; ausgeschrieben ein ‚durchlässiger Darm‘ oder eben ‚Leaky Gut‘. Da sprichst du mal mit deinem Arzt drüber, ich kann dabei nicht weiterhelfen.

Schluss und Schlussfolgerungen

Als ich an meinen Arbeitsplatz zurückkehrte, war ich aus dem Gröbsten raus. Wer mir jetzt noch eine Abgeschlagenheit anzumerken glaubte, musste das mit einer überwundenen Grippe-Infektion erklären. So war es mir recht. Ich war von den Antidepressiva frei geworden und würde wohl nie wieder welche nehmen, um nicht nochmals in die Teufelsspirale der Dosis-Erhöhung hineinzugeraten. Wichtiger noch: ich hatte erkannt, auf was es ankam, um gar nicht erst Depressionen aufkommen zu lassen.

Mir ist im Zusammenhang mit meinem Abschied von den Antidepressiva vor allem eins klargeworden: dass Ernährungsdefizite eine der Ursachen für Depressionen sein können. Folglich, dass durch Umstellung der Ernährungsweise auch die Anfälligkeit für einen Rückfall in diese Depressionen abgebaut werden kann. Meine Einnahme der Aminosäuren während meines Entzug, obwohl ursprünglich gegen die Grippe abzielend, hat sich als goldrichtig erwiesen, um meinen Körper und besonders mein Hirn mit Fettsäuren zu versorgen, die aufgrund einer modernen, trendigen und ‚fettfreien‘ Ernährungsweise rar geworden waren und das Gehirn unterversorgt ließen. Vergessen wir nicht; dieses besteht selbst aus Fettsäuren. Oh, die Mirakel der Biochemie!

5-HTP bei Depressionen, Angst, Panikattacken und Schlafstörungen

Depressionen haben sich in den letzten Jahren beinahe zu einer Volkskrankheit entwickelt.
Ich weiß es zu gut aus eigener Erfahrung: Plötzlich hat man keine Lust oder Energie mehr den einfachsten Dingen im Leben nachzugehen. Die Lebensfreude sinkt was auch von den Mitmenschen wahrgenommen wird. Klassische Symptome sind Traurigkeit, Konzentrationsstörungen, Angstzustände, Schlafstörungen, Niedergeschlagenheit, Zukunftsängste und Minderwertigkeitsgefühle.
Der Alltag ist geprägt von hohen Anforderungen im privaten und Berufsleben. Nicht selten kommt es zu dauerhaftem Stress, der eine schlechte Ernährung nach sich zieht.
Die Gesundheit bleibt auf der Strecke, und beginnend bei Schlafstörungen und zu wenig Bewegung entstehen schleichend depressive Verstimmungen, die sich bei Nichtbeachtung zu ausgewachsenen Depressionen entwickeln können. Einer der Gründe, warum diese Belastungen zu Depressionen führen, ist der Mangel an Serotonin.
5htp-depression

Schnelle Abhilfe bei Depressionen? 5-HTP gilt als Aminosäure, die den Serotoninspiegel schnell heben kann. Erhältlich ist das pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel gegen Depression und Angststörungen in fast jeder Apotheke.

Dieser Neurotransmitter beeinflusst die Tagesstimmung sowie die Qualität des Schlafes. Wird im Gehirn aufgrund fehlender Bewegung und schlechter Ernährung zu wenig Serotonin im Gehirn produziert, sind Depressionen nahezu vorprogrammiert. Ein Teufelskreis, aus dem Betroffene oft auch bei größter Anstrengung nicht entfliehen können. Umso besser, wenn es in diesen Fällen ein Präparat gibt, das Depressionen mindert und zu einem ausgeglichenen Alltag zurückführt: 5-HTP.

5-HTP ist als Aminosäure auf natürlicher Basis eine Vorstufe von Serotonin. Als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen, wirkt es schnell im Gehirn und kurbelt die Entwicklung von Serotonin an. Depressionen, Angst und Panikattacken gehören somit schnell der Vergangenheit an. 

Einen ausführlichen Artikel über 5-HTP gegen Depressionen und Angststörungen kannst du auch auf Naturally Healthy Mind lesen.

Mir persönlich hat die Einnahme von 5-HTP-Kapseln aus dem größten Stimmungstief geholfen und ich nehme immer noch täglich 100-200mg ein. Allerdings ist zu beachten, dass 5-HTP nur bei etwa der Hälfte aller Anwender Wirkung zeigt. Das liegt an den unterschiedlichen Ursachen, die psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen haben können.

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Die Aminosäure 5-HTP ist ein nicht verschreibungspflichtiges Nahrungsergänzungsmittel gegen Depressionen und Angststörungen.

Auch Spannungs- und chronische Kopfschmerzen in das Bild eines niedrigen Serotonin-Wertes. Insbesondere bei diesen Beschwerden zeigt sich, wie nah depressive Verstimmungen in Verbindung mit dem Serotonin-Wert stehen. Meine Migräne-Attacken sind bei mir mit der Einnahme auch zurückgegangen

Der Heißhunger ist eine Folge der Aufnahme falscher Kohlenhydrate und erzeugt Übergewicht. Junge, moderne Menschen laufen hierbei Gefahr, an Bulimie zu erkranken.

Ebenfalls als normales Beschwerdebild werden prämenstruelle Syndrome angesehen und angenommen. All diese Symptome können mit dem Nahrungsergänzungsmittel 5-HTP spürbar gelindert werden.

Indirekt verhilft die Aminosäure 5-HTP sogar zur Gewichtsreduktion, da Fressattacken aufgrund der aufgehellten Stimmung und den höheren Serotoninspiegel eher ausbleiben. Jedoch trifft dies nur dann zu, wenn depressive Phasen durch Bewegung und Sport ersetzt werden.

  • Etliche Studien bestätigen die Wirksamkeit von 5-HTP bei Depressionen und Angststörungen
  • Insbesondere Depressionen können mit 5-HTP behandelt werden, ohne dass es zu unerwünschten Nebenwirkungen kommt
  • 5-HTP darf nicht mit der Einnahme von Antidepressiva kombiniert werden.
  • Das Gespräch mit dem Arzt steht immer an erster Stelle!

Zusammenfassend kann über 5-HTP bei Depression und Angststörung gesagt werden:

Wer an depressiven Verstimmungen und Schlafstörungen leidet, kann zeitlich begrenzt 5-HTP einnehmen. Gerade die Verbesserung der Schlafqualität führt gleichzeitig auch zu verbessertem Wohlbefinden und deutlicher Stimmungsverbesserung.

Zahlreiche Studienergebnisse beweisen die positive Wirkungsweise von 5-HTP vor allem im Hinblick auf Nebenwirkungen im Vergleich zu Antidepressiva.

Diese Aminosäure wirkt ohne schädliche Nebenwirkungen auf das Gemüt. 5-HTP unterstützt die natürlichen Vorgänge im Gehirn und wirkt somit auf natürliche Weise.

In Absprache mit dem Arzt kann 5-HTP anstatt einem Antidepressiva eingenommen werden. Dennoch solltest du hier keine voreiligen Entscheidungen treffen, sondern die Umstellung mit dem behandelnden Arzt bzw. Psychologen besprechen.

Je nach Schwere der Depression sollte in jedem Fall die Empfehlung des Arztes eingehalten werden. So kann ein langsamer Wechsel zur Umstellung auf 5-HTP notwendig sein. Auch die gleichzeitige Einnahme von Antidepressiva (abgesehen von Johanniskraut) und dem Nahrungsergänzungsmittel 5-HTP ist nicht zu empfehlen, daher steht das Gespräch mit dem Arzt immer im Vordergrund.

Für alle, die gut englisch können, gibt es hier noch einen kleinen Erfahrungsbericht über 5-HTP gegen Depressionen:

Selbsthilfe bei Depressionen – Wege aus der Depression

Offiziell leiden rund vier Millionen Menschen allein in Deutschland unter der Krankheit Depression. Wahrscheinlich ist das nur ein Bruchteil von den tatsächlich erkrankten Menschen. Denn die meisten Leute erkennen die Depression nicht als Krankheit an, schämen sich dafür und vertuschen sie. Psychische Erkrankungen sind häufig ein Tabu-Thema.

Denn für eine Erkältung schämen wir uns auch nicht. Es handelt sich ebenfalls um eine Erkrankung, die wir mit Arzneien oder bestimmten Methoden lindern bzw. heilen können. Bei der Erkältung wissen wir, dass wir Ruhe und Erholung brauchen und diese nehmen wir uns. Warum dann nicht auch bei der Depression?

Symptome, Gründe und Auswirkungen der Krankheit finden wir genug im Internet. Aber was können wir selber denn machen, um die Symptome zu lindern und zu bekämpfen?

Zunächst muss der Körper funktionieren:

  • Wissenschaftlich bewiesen ist ein Zusammenhang von Ernährung und Depression. Viele Vitamine in Obst und Gemüse wirken stimmungsaufhellend und geben uns die Kraft, Arbeiten wieder leichter zu bewältigen.
  • Trinken Sie genügend. Auch zu wenig Flüssigkeitsaufnahme macht krank und lässt die Leistungsbereitschaft abfallen, wodurch wir uns schlecht fühlen.
  • Verzichten Sie auf Alkohol, Drogen und übermäßigen Koffeinkonsum. Diese Substanzen rauben uns Energie. Diese benötigen wir für den Kampf gegen die Depression.
  • Vitamin D zuführen. Statistiken zeigen, das ein Vitamin D Mangel mit der Depression in Zusammenhang steht. Damit wir davon genügend aufnehmen, benötigen wir Sonnenlicht. Daher gehen Sie täglich mindestens eine halbe Stunde nach draußen. Im Winter sollten zusätzlich Vitamin D Kapseln genommen werden.
  • Johanniskraut ist ein pflanzliches Antidepressiva. Seine Wirksamkeit wurde in zahlreichen Studien nachgewiesen und hat keine Nebenwirkungen.
  • Lassen Sie sich massieren. Unter Nacken- und Schulterverspannungen leiden viele Menschen. Besonders Depressive kämpfen mit diesen Verspannungen. Studien zeigten auf, dass Massagen daher sehr effizient sind.
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Erste Selbsthilfe bei Depressionen: Gönnen Sie sich etwas Ruhe und Entspannung. Eine Massage, Sonnenlicht und Bewegung sind erste Schritte aus dem Tief.

Nun zu den psychischen Problemen:

Dass die Depression komplizierter als eine Erkältung ist, wissen wir. Aber wir können sie als Zeichen annehmen. Eine Depression sagt aus, das unser Leben momentan aus den Bahnen geraten ist. Also beginnen wir neu. Mit neuen Plänen.

Kleine Schritte zum Erfolg!

Eine gute Möglichkeit, sich Ziele zu setzen und erreichen, ist eine Liste. Schreiben Sie also auf, was Sie morgen schaffen möchten. Zu Anfang möglichst wenige und gut umsetzbare Ziele. Sie haben das eine oder andere Ziel nicht geschafft? Kein Problem, wir probieren es am nächsten Tag. Es hatte bestimmt einen Grund, warum es heute nicht funktioniert hat. Und es hatte bestimmt einen positiven Nutzen.

Den Rhythmus finden!

Geregelte Schlafenszeiten sind das A und O für die Gesundheit. Das Einschlafen mit Depressionen gestaltet sich jedoch oft als schwierig. Daher ist es umso wichtiger, sich mit positiven Gedanken ins Bett zu legen, um einzuschlafen. Denken Sie daran, was Sie morgen schaffen und freuen Sie sich darauf. Stellen Sie sich den Wecker und legen Sie morgens los. Am Vormittag sind wir am leistungsstärksten.

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Achten Sie auf ausreichend, aber nicht zu viel Schlaf. Genügend Schlaf ist wichtig, um sich körperlich und psychisch wohl zu fühlen.

Bewusst Zeit zum Nachdenken nehmen!

Nehmen Sie sich genügend Zeit, um Ihre Gedanken positiv zu gestalten. Wichtig hierbei ist, äußere Einflüsse auszuschalten. Keine Musik und kein Fernseher. Setzen Sie sich hin und denken Sie bewusst nach. Grübeln Sie über das nach, was Sie nicht schlafen lässt. Nun haben Sie die Zeit dafür. Die beste Zeit hierfür ist ab 15 Uhr. Denn um diese Zeit kommen die depressiven Phasen verstärkt und wir steuern mit unseren Gedanken bewusst und gezielt dagegen.

Keine Langeweile aufkommen lassen!

Überlegen Sie stattdessen, wie Sie diese Zeit sinnvoll nutzen können. Lesen Sie etwas, was Sie wirklich interessiert. Gehen Sie ins Badezimmer und probieren neue Frisuren aus oder nehmen Sie ein entspannendes Bad. Lassen Sie zu, sich etwas zu verwöhnen. Sie sind keine Maschine, die immer funktionieren muss. Ein Ausgleich ist wichtig.

Machen Sie nahestehenden Personen eine Freude!

Überlegen Sie, über was sich einer Ihrer Freunde oder Familienangehöriger freuen könnte. Anderen eine Freude zu machen, macht uns selber glücklich.

Sozialkontakte aufnehmen!

Ein Punkt in Ihrer Liste sollte die Pflege von Sozialkontakten sein. Sie müssen nicht unbedingt erzählen, das Sie depressiv sind, wenn Sie das nicht möchten. Versuchen Sie zu Beginn einfach, von alltäglichen Dingen zu reden. Was Sie heute schon gemacht haben und wenn es nur das Kochen war. Schon kleine Erfolge bauen auf und geben Kraft, bald wieder mehr zu leisten. Wenn Sie noch nicht die Kraft haben, aus dem Haus zu gehen, sollten Sie zumindest einmal täglich telefonieren.

Sie schaffen das!

Sie sind stark und bekämpfen die Krankheit. Lassen Sie sich von negativen Gedanken und Gefühlen nicht aus dem Leben schleudern. Jeder Mensch hat eine Geschichte und die ist es wert, erzählt zu werden. Sie müssen sich nicht schämen. Jeder hat Höhen und Tiefen. Aber Sie kämpfen sich aus dem Tief. Sie müssen sich selber überzeugen, dass Sie stark sind.

Mit kleinen Schritten und positiver Einstellung können Sie die Depression besser in den Griff kriegen. Sie werden jeden Tag mehr schaffen und bald wieder mitten im Leben stehen.

Wenn Sie gelernt haben, sich selbst zu respektieren, kann auch die Partnerschaft wieder in Angriff genommen werden. Ob Sie ihre bestehende Partnerschaft neu beleben oder eine neue Beziehung eingehen. Das ist doch ein Ansporn!

Hypnose bei Depressionen? So half mir Hypnose meine Depression zu überwinden

Es gibt nicht viele Dinge, die schlimmer sind als sich selbst nicht richtig fühlen zu können. Die überwiegende Mehrheit der Menschen werden diese, von psychischen Leiden verursachten Probleme in ihrem ganzen Leben nie wirklich kennenlernen. Doch 20 Prozent (ja wirklich, so viele) der deutschen Bevölkerung leidet nach neuesten Statistiken an psychischen Erkrankungen. Und ich mußte mir in den vergangenen Jahren bewusst machen: ich gehöre dazu.

Es gab drei entscheidende Momente in meinem Leben, in denen ich mit der vollen Wucht einer Depression konfrontiert wurde: das erste Mal, als sich meine Eltern scheiden ließen. Ich war 13 und mit meiner Irritation darüber völlig allein. Ich entwickelte eine frühe Zwangsstörung aus derem Kreislauf ich damals mithilfe eines Therapeuten ausbrechen konnte.
Meine zweite Begegnung mit meiner dunklen Seite hatte ich während des Studiums. Ich studiere Biologie und der Prüfungsdruck ließ mich in einem Strudel aus Schlaflosigkeit, Angstzuständen und permanenter innerer Unruhe versinken. Es fühlte sich an, als hätte sich die fröhliche, ausgeglichene und schlafliebende Person, die ich vorher war für immer verabschiedet. Auch diesmal half mir eine Therapie aus dem unendlich tief erscheinenden Loch zu klettern. Ich begann, wenn auch zunächst widerwillig Antidepressiva zu nehmen und hatte die nie ganz verschwindenden Symptome für etwa sieben Jahre ganz gut im Griff.Doch im vergangenen Jahr schlug das Schicksal erneut zu. Das Startup-Unternehmen, in dem ich angefangen hatte, musste Insolvenz anmelden. Zum selben Zeitpunkt starb eine mir sehr lieber Onkel viel zu früh und der finanzielle Druck plus der schwer zu ertragende Herzschmerz brachten meine Depressionen mit voller Wucht zurück. Ich begann die Dinge am meisten zu fürchten, die mir vorher die größte Freude bereitet hatten. Freunde treffen, sich hübsch machen und ausgehen, Konzerte besuchen, schreiben und lesen – alles fühlte sich plötzlich nur noch quälend an.

Doch wenn einen die größte Verzweiflung befällt, ist man bereit auch alles zu versuchen und in Betracht zu ziehen, was einen aus dem Schlamassel befreit. Und für mich hieß dieser Schritt ins Ungewisse: Hypnose.

Ich hatte bereits davon gehört und wußte, dass für viele Menschen mit Zwangsstörungen, Angststörungen und Depressionen eine Therapie oder die Verabreichung von Medikamenten einfach nicht ausreichen. Und in vielen Blogs mit diesem Thema las ich von der Befreiung von den schwersten Symptomen durch Hypnose. Dabei muss ich hier vielleicht mit ein paar allgemeinen Vorurteilen aufräumen. Für viele Menschen ist das Thema Hypnose mit einer Menge Vorurteilen verbunden. Doch bei einer Hypnosetherapie gibt es keine Taschenuhr an einer Kette, die über dem Gesicht hin und her wippt, damit eine Person schläfrig wird. Es passiert auch nicht von dem, was man auf Nachtclub- oder Fernsehbühnen sieht, wo ein Hypnotiseur überraschte Teilnehmer so manipulieren kann, dass sie wie ein Huhn gackern oder ähnliches. Das ist Unterhaltung. Bei einer Hypnotherapie geht es vielmehr um folgendes: Angst oder Depressionen sind in oft in Wirklichkeit eine negative Selbsthypnose. Durch die Hypnose eines erfahrenen Therapeuten wird man selbst in einen Trance-ähnlichen Zustand versetzt und kann den Geist umprogrammieren, damit er seinen Fokus auf andere, positivere Dinge richten kann.

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Doch das Stigma von Hokuspokus Hippie-Unsinn erzeugen nach wie vor große Skepsis auch bei den Menschen, die mit ernsthaften psychischen Problemen kämpfen und für die Hypnose eine echte Option zu klassischer Therapie oder Medikation darstellen könnte.

Alles ging los mit einer Gesprächstherapie, die mich auch auf die eigentlichen Hypnosesitzungen vorbereiten sollte. Meine Hypnotiseur las dabei aus einem sorgfältig zusammengestellten Skript, welches jede Woche weiter auf meine spezifischen Problematiken angepasst wurde. Die Sitzungen dauerten zwischen 15 und 30 Minuten, und für ungefähr acht Monate war es meine Hausaufgabe die entsprechende Tonbandaufnahme zu hören, bevor ich ins Bett ging.

Dabei muss ich sagen, dass die Aufnahmen nicht immer wirklich sinnvoll erscheinen. Aber in den Texten sind – sagen wir – „Befehle“ eingebettet, die sich im Unterbewusstsein festsetzen. Diese „Befehle“ sollen helfen sich selbst in einen entspannteren Zustand zu versetzen. Dabei muss man wissen, dass einem Menschen am Tag etwa 50.000 Gedanken durch den Kopf gehen. Und die überwiegend meisten von ihnen ,muss man als negativ bezeichnen. Je mehr „Negativität“ ein Mensch in sich trägt, desto länger kann es dauern, bis die Hypnose ihre Wirkung entfaltet. Und das hängt leider nicht vom Willen ab. Denn das Ergebnis soll größere Entspannung, eine positivere Einstellung und besseres Kontrollgefühl über den mentalen Zustand sein.

Im Laufe der Hypnotherapie wurden mir ein paar entscheidende Dinge klar. Depressionen haben oftmals biographische Ursache. Und wenn diese Ursache gefunden, gelöst und transformiert wird, verschwindet auch das typische Gefühl der Ausweglosigkeit. Hypnose, so fand ich in meinen Nachforschungen heraus, nutzt die Fähigkeit des Gehirns, neue Nervenbahnen zu schaffen und sich so mit neuen Erfahrungen zu verbinden, die erst im hypnotischen Zustand lebhaft vorstellbar sind.

Auch mich brachten die Aufnahmen in eine Trance, in der ich – innerlich ruhig – dieselben Gefühle empfand, die meine Depressionen ausgelöst hatten. Doch es fühlte sich nicht mehr so an, als würde ich sie selbst nochmal erleben müssen, sondern eher so, dass ich mir zwar bewusst war, was passierte, ich es aber eher als Beobachter nochmal erfahren konnte.

Zwar ließ ein spürbarer Effekt bei mir einige Wochen auf sich warten, weil ich aber diszipliniert am Ball blieb, verbesserte sich mein mentaler Zustand etwa nach sechs Wochen Schritt für Schritt zu einem Ergebnis, das ich vor Beginn der Hypnotherapie nicht für möglich gehalten hätte. Nach etwa einem Jahr waren die wöchentlichen Sitzungen bei meinem Hypnotherapeuten vorbei und ich kann jetzt, ein Jahr später sagen, dass ich viel glücklicher auf mein Leben schaue und mich innerlich außergewöhnlich friedlich fühle. Ich war noch vor nicht allzu langer Zeit komplett verzweifelt und ich weiß nicht was passiert wäre, wenn ich diesen so entscheidenden Schritt in eine Hypnotherapie nicht gegangen wäre.

Für alle, die dieses Experiment ebenso wagen möchten, aber noch zögern, habe ich noch ein paar wichtige Ratschläge zusammengestellt:

  • Der erste Schlüssel ist sicherlich den richtigen Hypnotiseur zu finden, dem man sein Vertrauen schenken möchte. Es lohnt sich darüber intensiv im Internet zu recherchieren. Dabei sollte man nach Ausbildung, Zertifizierung und und den Einschätzungen früherer Klienten schauen. Wem das zu unwägbar ist, der sollte sich seinem Therapeuten anvertrauen und ihn nach einer entsprechenden Empfehlung fragen.
  • Die Konzentration während des ganzen Prozesses sollte auf der eigenen Motivation liegen. Was genau möchte ich loswerden und was soll sich verbessern. Auch eine Hypnotherapie braucht Zeit ihre Wirkung zu entfalten. Und die mühsamen ersten Phasen durchsteht man nur mit einer entsprechenden Disziplin.
  • Hypnose ist eine Partnerschaft, in der man mit dem Hypnotiseur im Heilungsprozess zusammenarbeitet. Egal, ob man dem Hypnotiseur zuhört, ein Skript liest oder Tonbandaufnahmen hört. Es gehören immer zwei dazu, wenn eine Hypnose funktionieren soll.
  • Der gesamte Prozess der Hypnose ist auch eine Art innerer Arbeit, während der man fokussiert bleiben muss und nicht abschalten darf. Und das gilt auch, obwohl die Befehle und Nachrichten, die dein Hypnotiseur in dein Skript einbettet, scheinbar unbewusst ins Unterbewusstsein dringen
  • Während einer Hypnosesitzung verliert man nie die Kontrolle. Der Hypnotiseur ist nur da, um den Weg in die selbstgewählte Trance zu erleichtern.
  • Falls du dich nicht willensstark genug fühlst, wird dir der Hynotiseur auch hier helfen.

 

Habe ich Depressionen? Anzeichen einer Depression

Depressionen sind eine ernst zu nehmende Krankheit, aus der sich Betroffene oft nicht selbst befreien können. Neben den klassischen Anzeichen, auf die ich im Folgenden eingehen werde, gibt es aber auch unspezifischere Frühsymptome, die nicht immer zwangsläufig eine Depression nach sich ziehen müssen, ihr aber immer vorhergehen. Meistens entwickelt sich eine Depression schleichend und langsam, über einen längeren Zeitraum. Kennt man die unspezifischen Frühsymptome, so kann man bereits im Anfangsstadium dieser Erkrankung handeln.

Typische Frühsymptome einer Depression sind dabei u.a.

  • Energiemangel, mit einhergehender ständiger Müdigkeit
  • unspezifische Kopf- und Bauchschmerzen
  • extreme Reizbarkeit
  • unbegründete Angst
  • instabiler und allgemein schlechter Gemüts- und Stimmungszustand
  • Nachlassen sexueller Aktivität
  • Appetitlosigkeit
  • Schlafstörungen
Diese Symptome sind typisch für Menschen, die in eine Depression fallen, müssen aber nicht zwangsläufig mit einer solchen enden. Grundsätzlich klagen Betroffene häufig von einer quälenden, inneren ‚Herabgestimmtheit‘, die häufig mit Hoffnungs- und Antriebslosigkeit sowie einem überwältigenden Gefühl nach Leere einhergeht. Genauso häufig sprechen Depressive von unbegründeten Angstzuständen.
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Verlust von Interessen und innere Leere gehören zu den charakteristischen Symptomen von Depressionen

Manifestation der Depression

Häufig beginnen sich die Frühsymptome zu manifestieren; soweit, dass nicht nur die Lebensqualität sinkt, sondern auch das ’normale‘ Leben in seiner Ausübung eingeschränkt und betroffen wird. Häufig treten die mit der Depression einhergehenden Beschwerden zu bestimmten Tageszeiten auf und belasten die betroffene Person ungemein. Besonders klassisches ist dabei das ‚Morgentief‘, aus dem sich Depressive regelrecht zu kämpfen haben. Das kostet Energie … Energie, von der man sowieso schon zu wenig hat.

Individuell gebündelte Vielzahl an Symptomen

Eine jede Depression verläuft anders und zeichnet sich durch ein vielfältiges, immer unterschiedliches Bündel an Symptomen aus. Manche Menschen stumpfen in ihrem Empfinden ab. Andere fühlen gar nichts mehr. Manche sind freud- und mutlos. Andere kraft- und antriebslos. Einigen macht nichts mehr Spaß, was früher ihr Lebensinhalt war. Anderen erscheint plötzlich alles bedeutungslos. Oft werden dabei schon die einfachsten Tätigkeiten als anstrengend und energieverbrauchend empfunden.

Gefühle wie auf einer Achterbahn im Tiefflug

Depressionen sind Gemüts- und Gefühlserkrankungen. Etwas scheint aus dem Gleichgewicht zu raten. Immer sind es dabei die Gefühle, die uns zu schaffen machen … und das damit einhergehende (Unwohl-)Befinden. Stichworte, die Depressive nutzen, um ihre Symptome und Anzeichen zu beschreiben, sind dabei u.a. Folgende:
  • ausgelaugt
  • überfordert
  • gerädert
  • sinnlos
  • nutzlos
  • handlungsunfähig
  • ausweglos
  • fehlendes Selbstvertrauen
  • ständiges Grübeln, das sich im Kreis zu drehen scheint

Die monopolare Depression

Die monopolare Depression ist die am häufigsten auftretende Form der Depression in Deutschland. Dabei treten vor allem folgende Anzeichen in den Vordergrund:

(1) Energieverlust: Es fehlt den Betroffenen nicht nur an Energie, sondern auch an Entscheidungs- und Entschlussfähigkeit. Selbst kleine, einfache, alltägliche Entscheiden können von ihnen nicht getroffen werden. Dies geht einher mit einer allgemein reduzierten Konzentrationsfähigkeit. Viele Tätigkeiten werden als überaus anstrengend erlebt und auch das Gefühl der ständigen Überforderung ist ein steter Begleiter im Alltag Betroffener.

(2) Innere Leere: … oder auch tiefe, oft unbegründete Traurigkeit sind Zeichen der monopolaren Depression. Betroffene verlieren häufig die Freude an den Kleinigkeiten und Besonderheiten des Lebens. Sie fühlen sich hoffnungslos und mutlos. Sie fühlen sich ständig deprimiert, niedergedrückt und innerlich leer.

(3) Angstzustände: Häufig werden Betroffene von einer ständigen Angst begleitet, die keinen natürlichen Ursprung zu haben scheint. Je tiefer und intensiver eine Depression, desto wahrscheinlicher werden auch Gedanken an den eigenen Tod und Suizid.

(4) Selbstzweifel: Nicht nur, dass depressive Menschen unentwegt an sich und ihren Fähigkeiten, Entscheidungen und ihrem Leben zweifeln, einhergehend damit kommt es auch zu einem tragenden Verlust an Selbstvertrauen. Häufig werden diese begleitet von Minderwertigkeits- oder Schuldgefühlen.

(5) Physische Symptome: Die wenigsten depressiven Menschen können noch ruhig und ausruhend schlafen. Ihr Schlafrhythmus ist beeinträchtigt und gestört. Manche neigen dazu überhaupt keinen Hunger mehr zu verspüren, andere zu unkontrolliertem Essverhalten. Häufig geht die Depression mit völliger Lethargie oder einer ständigen Unruhe einher. Auch andere Schmerzen wie Kopf-, Magen oder Rückenschmerzen können diffus auftreten. Ebenso Schwindel und ein beklemmendes Gefühl in der Brust, für das es keine organische Ursache zu finden gibt, sind Anzeichen einer Depression.

Es ist nicht selten, dass sich eine Depression ausschließlich hinter körperlichen, also physischen Symptomen versteckt. Gerade in der Anfangszeit, die sich teilweise sogar über Jahre hinziehen kann, muss nicht immer zwingend eine Depression diagnostiziert werden, selbst wenn es sich um eine solche handelt. Es ist eine sehr vielschichtige Krankheit, die es mit besonderer Aufmerksamkeit zu beobachten gilt.

Ich habe Depressionen

Hallo,
mein Name ist Hannes, 26 Jahre alt, ich bin single und studiere Biologie. Vor kurzem bin ich über einen Blog gestoßen, in dem das Thema „Depressionen Selbsthilfe“ angeschnitten wurde.
Ich wusste schon immer, dass mit mir irgendetwas nicht stimmt. Schon seit meiner Kindheit läuft mit mir einiges schief.
Immer wenn es darum ging, sich mit Freunden zu treffen, fehlte bei mir einfach jede Motivation.

Ich dachte, ich sei anders: nicht normal.

Schließlich war ich so verängstigt, dass ich erst einmal Abstand nahm. Von der Thematik und von Menschen. Meine Familie hat mich letztlich dazu bewegt, einen Psychologen aufzusuchen.

Von da an änderte sich meine Sichtweise komplett: Ich verstand, dass ich tatsächlich unter Depressionen leide, dies aber nichts ist, wofür ich mich schämen müsste.

Jahrelang ging ich Verabredungen mit schönen Frauen aus dem Weg, aus Angst, sie hinterher zu enttäuschen, falls ich einen Rückzieher machen sollte. Ich hatte Angst davor, erklären zu müssen, dass ich nicht normal bin.

Ich wollte mich nicht bloßstellen, wie es in der Schulzeit immer der Fall war.
Hätte ich damals gewusst, dass Depressionen mein Leben nicht so stark einschränken müssen, könnte ich heute vermutlich sagen, dass mein Leben gar nicht so deprimierend war, wie ich es empfinde.
Heute weiß ich, dass ich damit Recht hatte. Nachdem ich mich mit der Krankheit intensiv auseinander gesetzte habe, stelle ich unglaublich viele Gemeinsamkeiten mit Betroffenen fest.

Deshalb, und weil ich es leid bin, mich hinter einer Ausrede zu verstecken, rede ich offen über meine depressiven Gedanken.

Das größte Problem in unserer Gesellschaft ist der Umgang mit Depressionen.

Niemand, der nicht Psychologie studiert hat, versteht, was eine Depression bedeutet und was in depressiven Menschen vorgeht.

Depressionen sind eine ernstzunehmende Krankheit. Das ist ein Wissen, was die meisten nicht haben. Leider ist es ein Tabu-Thema.

Aufgrund meiner depressiven Verstimmungen habe ich kaum echte Freunde, mit denen ich ehrlich darüber reden kann, wie ich mich fühle. Meine spärlichen Bekanntschaften aus der Uni würde das nicht interessieren. Sie würden es als Gerede abtun und mich nicht ernst nehmen.

Nicht einmal mein Vater hat mich ernst genommen. Auch nicht, als ich mit der Diagnose meines Psychologen zuhause ankam. Er sagte, dass ich mich nicht so anstellen soll. Davon lasse ich mich heute nicht mehr abschrecken und stehe dazu, dass ich diagnostiziert depressiv bin.

In meinem Studium schränkt mich die Depression auch ein: Einfache Hausarbeiten gestalten sich oft als Kraftakt. Ich kann nicht allzu häufig den Vorlesungen fernbleiben, da ich sonst zu viel Stoff verpasse und zu viel nachholen muss. Eine richtige Lerngruppe habe ich nicht. Ich traue mich noch nicht, andre Studenten danach zu fragen.

Was mich richtig fertig macht, sind die Gefühle von Trauer und Wut. Ich bin oft wütend auf mich selbst, weil in meinem Leben nichts so läuft, wie ich es mir gewünscht hätte.

Ich will nun lernen mit mir und der Depression umzugehen. Ich will endlich verstehen und verstanden werden. Und vor allem anderen ein normales Leben trotz Depression.

Es geht bergauf…